Während Landwirte in Deutschland aufgrund der starken Regenmengen in diesem Sommer mit großen Ernteausfällen bei Getreide rechnen, war es in den Kaffeeanbaugebieten in Mittel- und Südamerika in den vergangenen Monaten nach Einschätzung von Fachleuten deutlich zu trocken. Für die derzeitige Ernte stellt dies nach Ansicht von Analysten der Commerzbank Corporates & Markets kein Problem dar, wie aktiencheck.de berichtet.

Sollte sich die Trockenheit in den kommenden Monaten aber fortsetzen, könnte die Ernte im nächsten Jahr drastisch beeinträchtigt sein, da die für die Ernte kritische Blütezeit bevorstehe. Bekämen die Pflanzen zu wenig Wasser, fielen die Blüten ab, ohne Fruchtansätze zu bilden. Dieses Problem erhöhe sich, so zitiert Aktiencheck.de die Experten weiter, wenn zwischenzeitlich kurz Regen einsetze, dem erneut eine Trockenperiode folgt. Genau dieses Wetterphänomen werde von Meteorologen befürchtet.

Auch Heiko Geiger von Vontobel weist in einer Kolumne auf ARIVA.DE darauf hin, dass das australische Wetterbüro bereits wieder die Herausbildung

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© Dieter Schütz / pixelio.de
des Wetterphänomens La Niña meldet, das mit überdurchschnittlich hohen Luftdruckunterschieden zwischen Südamerika und Indonesien einhergeht und in den vergangenen Jahren stets zu schlechten Kaffeeernten geführt hatte. Seit 2008 falle die Kaffeeernte in Mittelamerika und Kolumbien nicht mehr gut aus, weshalb Produzenten und Kaffeeröster ihre Lager stark abgebaut hätten.

Folgt man den Analysten von Macquarie, dann befindet sich der weltweite Markt für Arabica-Kaffee unverändert in einem Angebotsdefizit. Die aktuelle Saison von Oktober 2010 bis September 2011 werde ein Angebotsdefizit von 900.000 Tonnen größtenteils milden Arabica-Kaffees mit sich bringen. Die Analysten gehen nicht davon aus, dass die Kaffeeröster bereits ihre Einkäufe wegen der höheren Preise reduziert hätten, sondern dass sie auf niedrigere Bohnenqualität umgestiegen sind. „Zu diesem Zeitpunkt wird sich die Verfügbarkeit von Kaffee weiter reduzieren und der physische Markt wird sich anspannen“ zitiert die Bank ihre Analysten.

Analysen zum Thema Kaffee



es, 20.09.11 Dieser Artikel wurde 55310mal gelesen.